Grenz.Fall

Die Tanzcompany des Mondstaubtheaters begab sich im Jahr 2009 anlässlich des historischen Ereignisses des „Mauerfalls“ und der darauf folgenden Wiedervereinigung beider deutscher Staaten im Jahr 1990 auf Spurensuche in die vergangenen Jahrzehnte.

Sind wirklich alle Grenzen gefallen? Was begrenzt uns heute? Wodurch begrenzt man sich selbst und wie viel Grenze ist notwendig für die eigene Sicherheit?

Diese und viele andere Fragen beschäftigten das Tanzensemble seit geraumer Zeit. Bei der Suche nach choreographischen Möglichkeiten stellte sich heraus, dass die Vielfalt der Lösungen mindestens so groß ist, wie die Anzahl der Menschen auf der Tanzfläche.

Es ergaben sich immer wieder neue Experimente, so dass man sich entschloss, diese zu einer Versuchsanordnung gemäß wissenschaftlicher Strukturen zusammen zu fügen. Die Bühnen verschiedenster Spielstätten in Zwickau, Leipzig, Dresden und Reichenbach bieteten dafür den idealen Raum. In diesem Fall wurden sie zu einem künstlerischen Laboratorium, das 15 Probanden erfasst hat.

Gemeinsam mit der Choreographin und Trainerin, Gabriele Bocek, entwickelte das Ensemble aus persönlichen Biographien den Stoff dieser Tanztheaterproduktion des Mondstaubtheaters, die überaus erfolgreich lief und am 07.10.2011 ihren Abschluss anlässlich der Neuberinfestspiele in Reichenbach/Vogtl. erleben durfte.

Im Rahmen einer Aufführung der Performance fertigte ich nach jeder einzelnen Grenz.Fall-Situation unmittelbar nach dem Abgang der Ensemble-Mitglieder von der Bühne jeweils Portraits an. Hier ist ein sehr kleiner Auszug davon zu sehen.